#1

Eine einsame Reise....und ein Brief

in Die Insel der Hoffnung - intime Gespräche 09.08.2026 09:46
von Gunnar_van_Wenz • 10 Beiträge

Gunnar brach ohne Gefolge auf.

Kein Banner. Kein Herold. Niemand an seiner Seite.

Nur der schwarze Wappenrock, das silberne Rabensiegel und jene Dinge, deren Gewicht er inzwischen besser kannte als das ihrer Masse: den Seelenschädel und die Überreste des Schwertes, das Morr in seinem Traum hatte zerspringen lassen.

Finde deinen Glauben neu.

Er hatte lange geglaubt, diese Worte bedeuteten, etwas Verlorenes wiederzufinden.

Vielleicht hatte er sich geirrt.

---

Sein erster Weg führte ihn zu den Totenjägern.

Was dort geschehen war, bedurfte keiner Erzählung. Man sah es.

Zerstörte Nistplätze. Verbranntes Holz. Spuren schwerer Stiefel im Boden. Dort, wo die Körper der Shuru geborgen worden waren, lag noch der Geruch von Rauch und Blut in der Luft.

Gunnar fragte nicht nach den Angreifern.

Er fragte nach den Toten.

Und er fragte, was mit ihnen geschehen sollte.

Nicht nach Morrs Ritus.

Nach ihrem.

Die Antwort kam zurückhaltend. Misstrauisch. Doch Gunnar widersprach nicht, erklärte nichts und versuchte nicht, aus fremdem Tod einen Dienst an seinem Gott zu machen.

Er half.

Trug.

Wachte.

Schwieg.

Wo die Shuru ihre eigenen Worte sprachen, senkte Gunnar den Kopf.

Wo sie keine Worte sprachen, schwieg er mit ihnen.

Er wusste nicht, welchen Weg ihre Seelen nahmen.

Das musste er auch nicht wissen.

Es genügte, dass niemand sie störte.

Als die letzte Wache der Nacht begann, stand Gunnar etwas abseits.

Seine Hand lag auf dem Rabensiegel.

„Morr“, murmelte er so leise, dass niemand es hören musste, „dies sind nicht die Meinen.“

Eine Pause.

„Aber sie sind Tote.“

Mehr sagte er nicht.

---

Danach zog er weiter zu den Seefriedern.

Hier war das Bild ein anderes.

Wasser hatte genommen, was Feuer verschont hatte.

Häuser waren beschädigt, Netze fortgerissen, Boote zerschlagen. Salz lag auf Feldern, auf denen es nicht liegen sollte.

Und überall fehlten Menschen.

Die Namen der Priester, die von den Klippen gegangen waren, hörte Gunnar mehrfach.

Man sprach von Opfer.

Von Anuket.

Von Cho.

Von Zorn.

Von Rettung.

Gunnar urteilte nicht darüber.

Ein Mensch war tot.

Das genügte.

Er half, Körper zu bergen, wo noch welche gefunden wurden. Er saß bei den Angehörigen. Er hörte Geschichten, die er nicht kannte, über Menschen, die er niemals getroffen hatte.

Er schrieb ihre Namen auf.

Nicht in ein Buch Morrs.

In ein schlichtes Heft.

Name.

Stamm.

Ort.

Tod.

Wenn jemand erzählen wollte, fügte Gunnar eine Zeile hinzu.

Fischer.

Priesterin.

Mutter.

Bruder.

Kind.

Kein Rang.

Keine Wertung.

Nur Erinnerung.

Am dritten Abend fragte ihn ein alter Seefrieder, warum er das tue.

Gunnar sah lange auf das Meer.

„Weil Tote verschwinden, wenn die Lebenden ihre Namen vergessen.“

Der Mann nickte.

Mehr war nicht nötig.

---

Von dort führte sein Weg weiter.

Nicht zu jedem Stamm lange.

Manchmal nur für eine Nacht.

Manchmal für einen Tag.

Er sprach mit Wächtern des Schildstammes.

Mit Heilern.

Mit Boten.

Mit Menschen, die ihre Häuser verlassen hatten, weil sie nicht wussten, ob weitere Angriffe kommen würden.

Er hörte häufiger, als ihm gefiel, dieselben Fragen.

Wer schützt uns?

Wann greift der Feind wieder an?

Was tut der Rat?

Warum waren wir nicht vorbereitet?

Gunnar beantwortete keine davon.

Nicht, weil er keine Gedanken dazu hatte.

Sondern weil es nicht seine Entscheidung war.

Er hatte dem Rat bereits einmal einen Vorschlag unterbreitet.

Die Antwort war Schweigen gewesen.

Und er hatte dieses Schweigen getragen.

Aber auf seiner Reise begann Gunnar etwas anderes zu erkennen.

Er hatte damals die falsche Frage gestellt.

Er hatte gefragt, ob die Fahnwerder wieder Wache halten sollten.

Als wäre Fahnwerder die Antwort.

Als wäre Vergangenheit ein Werkzeug, das man nur aus dem Schrank nehmen musste.

Am Feuer eines kleinen Wachpostens des Schildstammes lag das zerbrochene Schwert vor ihm auf einem Tuch.

Gunnar betrachtete die Bruchstellen.

Sauber waren sie nicht.

Gezackt.

Unregelmäßig.

Unbrauchbar.

Er hätte die Klinge neu schmieden lassen können.

Der Gedanke war ihm oft gekommen.

Nun erschien er ihm beinahe töricht.

Morr hatte das Schwert nicht zerbrochen, damit Gunnar einen Schmied suchte.

Er hatte es zerbrochen.

Finde deinen Glauben neu.

Gunnar schloss die Augen.

Pragorien war gefallen.

Fahnwerder war gefallen.

Menschen, denen er gedient hatte, waren tot.

Und noch immer hatte er versucht, aus ihren Resten eine Form zu bauen, die ihm vertraut war.

Vielleicht war das kein Glaube gewesen.

Vielleicht war es Angst vor dem Verlust.

Er öffnete die Augen wieder.

Jenseits des Feuers standen zwei Wächter des Schildstammes.

Nicht seine Leute.

Nicht seine Gardisten.

Aber sie wachten.

Genau wie er.

Gunnar sah wieder auf das Schwert.

„Verstanden“, sagte er leise.

Ob Morr ihn gehört hatte, wusste er nicht.

Es spielte keine Rolle.

---

Von da an stellte Gunnar jedem Stamm dieselbe Frage.

Nicht den Aldermännern zuerst.

Den Menschen, die Wache hielten.

„Wenn der Rat eine gemeinsame Wacht für Dochas Nua beschlösse – würdest du darin stehen?“

Manche fragten nach Befehl und Rang.

Gunnar antwortete:

„Der Rat befiehlt. Die Stämme bestimmen ihre Leute.“

Andere fragten:

„Unter deiner Führung?“

Gunnar schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Wieder andere:

„Unter den Fahnwerdern?“

„Nein.“

„Warum fragst du dann?“

Darauf hatte Gunnar nur eine Antwort.

„Weil jemand anfangen muss, die Frage zu stellen.“

Er versprach niemandem Rang.

Niemandem Sold.

Niemandem Einfluss.

Er sammelte keine Gefolgsleute.

Er sammelte Bereitschaft.

Ein Wächter des Schildstammes.

Eine Heilerin des Hügelstammes, die meinte, eine Wacht ohne Versorgung sei nur eine langsamere Form des Sterbens.

Ein Bote, der wusste, welche Wege auch nachts passierbar waren.

Ein Seefrieder, der Küsten und Strömungen kannte.

Andere sagten vielleicht.

Manche nein.

Gunnar schrieb auch das auf.

Kein Druck.

Keine Überredung.

Gemeinschaft, dachte er, die erzwungen werden musste, war keine.

---

Als Gunnar nach Dochas Nua zurückkehrte, war sein Mantel staubig.

Die Stiefel waren vom Schlamm verschiedener Stammesgebiete gezeichnet.

Das Heft mit den Namen der Toten war dicker geworden.

Das mit den Namen der möglichen Wächter war dagegen dünn.

Das störte ihn nicht.

Sieben gute Menschen waren mehr wert als siebzig, die nur einem Banner folgten.

In seinem Morr-Schrein legte Gunnar beide Bücher auf den Altar.

Daneben den Seelenschädel.

Daneben das zerbrochene Schwert.

Er kniete.

Lange.

„Ich wollte bewahren, was war.“

Seine Stimme war kaum mehr als Atem.

„Vielleicht war das mein Fehler.“

Die Dunkelheit antwortete nicht.

„Fahnwerder war meine Heimat.“

Pause.

„Dochas Nua ist es geworden.“

Das auszusprechen fiel ihm schwerer als erwartet.

Gunnar senkte den Kopf.

„Ich werde das eine nicht verraten, um dem anderen zu dienen.“

Seine Finger schlossen sich um das Rabensiegel.

„Dann muss das Alte dienen.“

Er blieb noch eine Weile.

Dann stand er auf.

Er nahm ein frisches Blatt Pergament.

Diesmal schrieb er keinen Vorschlag zur Wiedererrichtung seiner Garde.

Diesmal schrieb er etwas anderes.

---

An den Rat der Stämme von Dochas Nua

Hohe Aldermänner, Vertreter und Diener der Gemeinschaft,

ich habe Euch vor vielen Monden bereits einen Vorschlag unterbreitet.

Ich bat darum, die verbliebenen Gardisten von Fahnwerder erneut zusammenzurufen und sie zum Schutz dieser Insel einzusetzen.

Auf diesen Vorschlag erhielt ich keine Antwort.

Ich habe das als das genommen, was es war: Eure Entscheidung, noch keine Entscheidung zu treffen.

Es stand mir nicht zu, Euch zu drängen.

Es steht mir auch heute nicht zu.

Doch seitdem sind Menschen gestorben.

Shuru.

Seefrieder.

Andere, deren Namen ich inzwischen kenne.

Ich bin durch ihre Gebiete gegangen. Ich habe bei ihren Toten gestanden, soweit man mir dies gestattete. Ich habe ihre Riten nicht beurteilt und meinen Glauben keinem von ihnen auferlegt.

Ich habe lediglich getan, was ich als Diener Morrs und als Wächter zu tun vermag.

Ich habe gewacht.

Auf diesem Weg habe ich erkannt, dass mein erster Vorschlag zu eng war.

Ich bat Euch damals um eine Wacht aus Fahnwerdern.

Heute bitte ich Euch um etwas anderes.

Schafft eine Wacht Dochas Nuas.

Nicht meine Wacht.

Nicht eine Wacht Morrs.

Nicht eine Wacht eines einzelnen Stammes.

Eine Wacht der Gemeinschaft.

Jeder Stamm möge selbst entscheiden, ob und wen er dafür stellt.

Der Schildstamm kennt Verteidigung.

Die Küstenstämme kennen Meer und Küsten.

Die Heiler wissen, wie Leben erhalten wird.

Die Boten und Wandernden kennen die Wege.

Andere besitzen Wissen, das mir fremd ist.

Gerade deshalb werden sie gebraucht.

Die verbliebenen Gardisten von Fahnwerder sollen, wenn Ihr dies wünscht, ebenfalls dienen.

Nicht über diesen Menschen.

Nicht vor ihnen.

Neben ihnen.

Und unter der Autorität, die Ihr bestimmt.

Ich beanspruche keinen Rang daraus.

Ich beanspruche kein Kommando.

Ich beanspruche für Fahnwerder keine Sonderstellung.

Wenn Ihr entscheidet, dass ein anderer geeigneter ist, diese Wacht zu führen, werde ich unter ihm stehen.

Wenn Ihr entscheidet, dass die Fahnwerder nicht gebraucht werden, werde ich diese Entscheidung tragen.

Wenn Ihr entscheidet, dass mein Vorschlag falsch ist, werde ich weiter meine Wache am Seelenbaum halten und meinen Dienst an den Toten tun.

Denn dies ist Eure Entscheidung.

Nicht meine.

Aber ich bitte Euch, sie zu treffen.

Nicht aus Furcht.

Nicht aus Hass auf jene, die uns angegriffen haben.

Eine Gemeinschaft, die nur durch einen gemeinsamen Feind zusammensteht, zerfällt, sobald dieser Feind verschwunden ist.

Ich bitte Euch, diese Wacht aus einem anderen Grund zu schaffen:

Damit kein Stamm künftig allein steht.

Damit Hilfe nicht erst beginnt, wenn die Toten bereits gezählt werden.

Damit ein Wächter des einen Stammes weiß, dass hinter ihm ein Heiler eines anderen steht.

Damit ein Bote weiß, wohin er laufen muss.

Damit diejenigen, die an der Küste wachen, wissen, wen sie alarmieren.

Damit der Schild erhoben wird, bevor das Schwert notwendig wird.

Ich habe lange geglaubt, meine Pflicht sei es, Fahnwerder zu bewahren.

Heute glaube ich, dass ich mich geirrt habe.

Fahnwerder muss nicht bewahrt werden.

Sein Dienst muss bewahrt werden.

Wenn etwas von unserer alten Garde noch einen Wert besitzt, dann nicht ihr Name, nicht ihre Fahne und nicht ihre Vergangenheit.

Es ist die Bereitschaft zu stehen, wenn andere schlafen.

Zu wachen, wenn andere nicht können.

Und zwischen Gefahr und jene zu treten, die uns anvertraut sind.

Diesen Dienst stelle ich Euch zur Verfügung.

Ohne Forderung.

Ohne Bedingung.

Ohne Anspruch.

Ich habe Morr um ein Zeichen gebeten.

Vielleicht war sein Zeichen kein Wort.

Vielleicht war es das Schwert, das er zerbrechen ließ.

Ich verstehe heute zumindest einen Teil davon anders als zuvor.

Was zerbrochen wurde, muss nicht immer wieder zusammengesetzt werden.

Manches muss einen neuen Zweck finden.

Ich lege deshalb die Entscheidung vollständig in Eure Hände.

Die Fahnwerder, soweit sie meinem Ruf noch folgen würden, werde ich nicht rufen, bevor Ihr es beschließt.

Doch wenn Ihr ruft, werde ich antworten.

Und wenn Ihr anderen den Vorzug gebt, werde ich ihnen dienen.

Denn Dochas Nua braucht keine Männer, die danach fragen, wem der Ruhm gehört.

Es braucht Menschen, die stehen bleiben, wenn es dunkel wird.

In Demut vor Eurem Amt,

in Gehorsam gegenüber der Gemeinschaft

und in Pflicht gegenüber den Lebenden und den Toten, die mir in diesen fast zwei Jahren wertvoll geworden sind,

Gunnar van Wenz


Die Wache endet nicht. Sie wechselt nur ihren Ort.

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#2

RE: Eine einsame Reise....und ein Brief

in Die Insel der Hoffnung - intime Gespräche 06.09.2026 12:27
von Danjano5 • 54 Beiträge

Mokgar hatte zugehört.

Wie meistens.

Er sagte nichts, als Gunnar von Wenz sprach. Das war nichts was ihn anging und auch nicht als die Hohepriesterin antwortete er hörte zu so wie es ihm aufgetragen wurde.

Nichts, als die Wacht erwähnt wurde.

Nichts, als erklärt wurde, dass sie nun anders gedacht werden sollte.
Er verstand nicht alles davon.

Das war nichts Neues.

Mokgar war Helfer.

Er kannte die Moore.
Die Wege.
Die Stellen, an denen man besser nicht trat.

Von Wachen verstand er nur soviel das er niemals den Mut haben würde eine Moorwacht zu sein.
Von Ratsentscheidungen noch weniger.
Also hörte er zu.

Doch diesmal blieb etwas hängen.
Nicht ein großes Wort.
Keine Entscheidung.
Nur eine Frage.

Mokgar sah zu Gunnar von Wenz.
Dann wieder weg.
Er wartete.

Vielleicht würde die Frage von selbst verschwinden.
Tat sie nicht. Sie wurde von anderen Gestellt und nun musste er sie ansprechen.

Also räusperte er sich.
Leise.
„Gunnar von Wenz...“

Eine Pause. Ein Verlegens zur seite sehen.
„Darf ich sie etwas fragen?“
Er wartete nicht wirklich auf eine Antwort.

Vielleicht weil er fürchtete, dass eine Antwort bedeuten würde, dass er tatsächlich fragen musste.
„Ihr habt einen weiteren Antrag eingereicht einen der anders ist als die davor…“
Mokgar nickte leicht, mehr zu sich selbst als zu Gunnar.

„Nun kam die frage auf… also von mir und Häuptling“
Er schwieg.
„Ich...“

Wieder eine Pause.
„Wir würden gerne erfahren was sich geändert hat, wieso nicht mehr die Wacht die ihr einst wart? “
Seine Hände fanden einander. Die letzten Worte sind leiser.

„Also... wir freuen uns das ihr eine Wacht für die Insel schaffen wollt, wir haben verstanden das es nicht nur der Schildstamm sein darf der immer vorbereitet ist“
Er sah kurz auf.
„Aber wir verstehen nicht wieso, ihr von eurem Vorschlag abgerückt seit und wir wollten nicht euch das Gefühl geben das wir euch nicht zugehört haben...“

Er brach ab.
Überlegte.
Mokgar senkte den Blick.

„Ich frage nur, weil...“
Die Worte wurden leiser.
„Wenn etwas geändert wird, dann muss es ja einen Grund dafür geben.“
Er sah zu den anderen im Schankraum.
Dann wieder zu Boden.

„Und ich also wir...also...ja... würde den Grund gerne verstehen.“
Mokgar schwieg.
Ein wenig zu lange.

Dann fügte er hastig hinzu:
„Falls das keine zu unhöfliche oder dumme Frage ist.“

Er trat einen halben Schritt zurück.
Als wäre allein das Fragen bereits mehr gewesen, als er sich eigentlich hatte erlauben wollen.

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#3

RE: Eine einsame Reise....und ein Brief

in Die Insel der Hoffnung - intime Gespräche 06.09.2026 16:15
von Gunnar_van_Wenz • 10 Beiträge

Gunnar schwieg lange.

Dann erhob er sich.

„Kommt.“

Mokgar erschrak kurz als er realisierte, dass er dei Aufforderung weniger mit den Ohren als mit dem Kopf gehört hatte.

Gunnar führte ihn hinab in seinen Schrein. Mit jedem Schritt wurden die Stimmen leiser, dass Licht weniger. Gunnars Schritte hämmerten auf dem Steinboden, bedrohlich, unaufhaltsam, zielgerichtet, als schnitt jeder Schritt unaufhörlich einen Streifen aus der Zeit.

Sieben schwarze Kerzen brannten vor dem Raben im Schrein. Zwischen ihnen lagen der Seelenschädel und das zerbrochene Schwert.

Gunnar verriegelte die Tür.

„Ihr fragt, warum ich Fahnwerder nicht wiedererrichten will.“

Seine Finger strichen über die Bruchkante.

„Weil Morr mir etwas zeigte, das ich hätte wissen müssen.“

Die erste Kerze erlosch.

„Fahnwerder ist tot.“

Die zweite.

„Pragorien ist tot.“

Die dritte.

„Und Tote lässt man ruhen.“

Er nahm den Seelenschädel auf.

„Eine Wacht braucht Mut. Disziplin. Stahl.“

Die vierte Flamme starb.

„Aber nichts davon genügt.“

Die fünfte.

„Sie braucht Glauben.“

Die sechste.

„An Morr.“

Nur eine blieb.

„An den Tod. An seine Notwendigkeit. Und daran, dass jede Seele am Ende dorthin geht, wohin die Götter Eridmeas sie bestimmt haben.“

Gunnar sah Mokgar an.

„Wir schützen die Lebenden. Wir beherrschen sie nicht.“

Dann den Schädel.

„Wir schützen die Toten. Wir behalten sie nicht.“

Er löschte die letzte Kerze.

Schwärze.

"Wir geleiten die Seelen dorthin wohin es ihnen bestimmt ist; aber wir lenken Sie nicht!"
---

Gunnar begann zu beten.

„Morr. Herr der letzten Pforte. Wächter dessen, was kein Lebender besitzen darf. Es gibt keine Macht ausser dir, du bist der Moment des letzten Atemzugs, vor dir sind Könige wie Bettler gleich. Erhöre mein demütigen Gebet."

Etwas veränderte sich.

Nicht im Raum.

An Gunnar.

Die Dunkelheit schien nicht länger nur um ihn zu liegen.

Für einen Augenblick schien sie von ihm auszugehen.

„Lehre uns, die Seelen zu schützen, ohne über sie zu herrschen.“

Mokgar sah die Gestalt hinter ihm.

Hoch.
Schwarz gewandet.
Unter der Kapuze ein weißer Schädel. Zwei kalte blaue Lichter in bodenlosen Augenhöhlen. Die knochigen Hände ruhten auf.... einer Sense.

Doch etwas daran war falsch.
Gunnar stand vor dem Tod.
Und zugleich schien sein Schatten dort zu stehen, wo der Tod stand.
Als gehörte ein winziger Teil des einen bereits zum anderen.

Der Schädel neigte sich.

GUNNAR...DU SCHON WIEDER...

Mokgar war, als läge ein Grinsen auf dem Schädel, was natürlich nicht sein konnte. Schädel grinsen nicht.

„Herr.“

DU ERKLÄRST WIEDER DEN TOD.

„Es scheint notwendig.“

DAS IST ES ERSTAUNLICH OFT.

Gunnar schwieg.

Der Tod betrachtete das zerbrochene Schwert.

FAHNWERDER.

„Ja.“

ICH KENNE SIE.

„Ich weiß.“

VIELE. FAST ALLE GEGANGEN.

Gunnars Blick senkte sich.

HARTNÄCKIGE MENSCHEN.

„Wir hielten das für eine Tugend.“

NATÜRLICH. DAS WAR ES.

Eine Pause.

DU TUST ES NOCH.

Zum ersten Mal lag etwas beinahe wie ein Lächeln in Gunnars Gesicht.

„Gelegentlich.“

Der Tod wandte sich Mokgar zu....und....beinahe hätte man sagen können, zwinkerte.

ER WIRD BESSER.

„Herr.“

LANGSAM.

Gunnar schwieg.

„Ich bin noch hier.“

Der Tod schien darüber nachzudenken.

DAS ERKLÄRT EINIGES.

Dann hob Gunnar den Schädel in seinen Händen.

„Lehre uns, die Toten gehen zu lassen.“

Die blauen Lichter richteten sich auf ihn.

DAS MUSS ICH DIR NICHT MEHR BEIBRINGEN.

Stille.

Gunnar hob langsam den Blick.

Für einen einzigen Herzschlag sah Mokgar nicht zwei Gestalten.

Nur eine.

Schwarzes Gewand.
Weißer Schädel.
Gunnar.
Sense.
Rabe.

Dann war der Augenblick vorbei.

Der Tod stand wieder hinter Gunnar.

DU HAST LANGE GENUG AN MEINER SCHWELLE GESTANDEN.

„Ich diene dort.“

ICH WEISS.

Eine Pause.

DESHALB DARFST DU BLEIBEN.

Dann war der Tod fort.

Oder vielleicht war nur jener Teil von ihm verschwunden, der für Mokgar sichtbar gewesen war.


---

Gunnar entzündete eine einzelne schwarze Kerze.

Seine Augen lagen für einen Augenblick seltsam tief im Schatten.

„Darum muss jeder, der in dieser Wacht dient, Morrs Wahrheit kennen.“

Er legte die Hand auf den Schädel.

„Nicht jeder muss Priester sein. Aber jeder muss verstehen, dass der Tod Teil der Ordnung ist.“

„Wer das nicht versteht, beginnt irgendwann, die Lebenden zu lenken, um sie vor dem Sterben zu bewahren.“

Seine Stimme wurde härter.

„Dann entscheidet er, wer kämpfen darf. Wer gefährlich ist. Wer geopfert werden muss.“

„Dann schützt er nicht mehr.“

„Dann herrscht er.“

Gunnar schüttelte den Kopf.

„Das ist nicht unser Dienst.“

Er nahm das zerbrochene Schwert.

„Ich wollte Fahnwerder bewahren.“

Dann legte er es zurück.

„Morr lehrte mich, seinen Dienst zu bewahren. Nicht das, was tot ist.

Nicht Name, Fahne oder Vergangenheit Fahnwerders sollen fortbestehen, sondern dessen eigentlicher Dienst: stehen, wachen und sich zwischen Gefahr und die Schutzbefohlenen stellen.
Was davon an Traditionen Fahnwerders erhalten bleiben soll, möge der Rat entscheiden.

„Wer diese Wacht versieht, mag Fahnwerder sein. Schildstamm. Seefrieder. Das ist gleich.“

Sein Blick ruhte auf Mokgar.

„Aber er muss wissen, wo seine Macht endet.“

Gunnar öffnete die Tür.

Licht fiel in den Schrein.

Er selbst blieb im Schatten.

„Wir stehen zwischen den Lebenden und dem unzeitigen Tod.“
„Wir wachen über die Grenze.“
„Wir schützen die Seele auf ihrem Weg.“
Eine Pause.

„Aber wir bestimmen weder das Leben vor ihr noch das, was danach kommt.“

Seine Hand ruhte auf dem Seelenschädel.

„Niemals stellen wir uns zwischen eine Seele und den Gott, der sie erwartet.“

Noch einmal flackerte die Kerze.

Für den Bruchteil eines Augenblicks warf Gunnar keinen menschlichen Schatten.

Etwas Größeres stand dort.

Dünn.

Kapuzentragend.

Reglos.

Dann war es wieder nur Gunnar.

Aus der Dunkelheit kam jene Stimme ein letztes Mal.

GUNNAR.

„Herr?“

NICHT ZU BALD, ABER ÜBERTREIB ES NICHT

Gunnar betrachtete die Kerzenflamme.

„Ich bemühe mich.“

HÖR AUF DAMIT UND ERKENNE ENDLICH.
DU TRÄGST ES SCHLIEẞLICH IMMER NOCH BEI DIR.

Eine Pause.

Gunnar blickte in die Dunkelheit. Seine Hand streifte kurz die Gürteltasche in der er das Geschenk von IHM trug, dass er von Siria erhalten hatte.

„Und?“

Sehr lange kam nichts.

Dann:

ICH MOCHTE DIE FAHNWERDER. ABER NUR EINER HAT ES WIRKLICH VERSTANDEN.

Gunnars Mundwinkel bewegte sich kaum.

„Das beruhigt mich nicht.“

DAS SOLLTE ES AUCH NICHT.

Die Kerze erlosch.

zuletzt bearbeitet 06.09.2026 16:21 | nach oben springen

#4

RE: Eine einsame Reise....und ein Brief

in Die Insel der Hoffnung - intime Gespräche 08.09.2026 08:35
von Danjano5 • 54 Beiträge

Als Gunner ihm die erste Frage beantwortet, legt Mokgar den Kopf schief.

Morr...

Das war, wenn er die Fremden richtig verstanden hatte, eine Art Incarnoi.

Ähnlich wie der Herr der Tollen Wut.

Oder?

Nein.

Sie hatten auch gesagt, dass er sich nicht in die Geschicke einmischte.
Dass er sich, wie Mora, um die Seelen der Verstorbenen kümmerte.
Mokgar schüttelte innerlich den Kopf.

Nein.
Das war es nicht.
Nicht wie Mora.

Nicht wie die alten Götter.
Er war das, was dazwischenstand.
Das Wesen, das sie abholte.
Mehr Namen kamen ihm in den Sinn keiner Passend keiner Richtig.

Dann folgten Namen, die er nicht kannte.
Pragorien? War das ein Land? Eine Insel oder wenn er die Schmiede richtig verstanden hatte eine "Welt"?
Zu Groß um es zu verstehen, zu fern die Idee.

Aber der Mann hatte recht.
Tote ließ man ruhen.
Das Moor hatte ihn das schon lange gelehrt.


Dann folgten weitere Worte.
Und etwas in Mokgars Gesicht veränderte sich.
Erkenntnis.
Das war also die Aufgabe.
Aber war dies nicht eine Aufgabe der Shuru?

Nicht lenken.
Nur leiten.
Schützen.
Aber nicht behalten.

Je dunkler es wurde, desto mehr verschwand das Nervöse aus seiner Haltung.
Sein Rücken richtete sich etwas auf.
Sein Blick, eben noch unstet, wurde ruhig.
Fest.
Fast starr.


Erst als Gunner betete, stellten sich Mokgar die Nackenhaare auf.
Da war etwas.
Am Rande seiner Sicht.
Etwas, das er kannte.
Etwas, das er immer auf ihm gesehen hatte.
Nur...
Diesmal war er sich sicher.
Jetzt konnten es auch jene sehen, die nicht mit der Gabe oder dem Fluch der Sicht gesegnet waren.


Mokgar neigte höflich den Kopf.
Ein mächtiger Incarnoi.
So wie er es verstand.
Und einem solchen Wesen zeigte man Respekt.


Als das Wesen in der Gewandung sprach, zuckte Mokgar leicht.
Doch es war kein Erschrecken.
Eher die Irritation eines Wesens, der etwas nicht erwartet hatte.
Er konnte ihn verstehen?


Nein.
Nein, das ergab keinen Sinn.
Es war das Wesen.
Das Wesen, das leitete, wenn der Körper tot war.
Das Wesen schien Gunner zu kennen.
Und auch jene, die er erneut gründen wollte.


Was war geschehen?
Warum waren sie gefallen?
Fragen.
Viele Fragen.
Aber Mokgar würde sie nicht stellen.
Nicht jetzt.


Im Dunkeln der Kammer trat seine Verwandtschaft zu den Moorleuten deutlicher hervor.
Wache Augen.
Eine beinahe statuenhafte Ruhe.
Und doch dieser eine Funken Sturheit.
Eine Sturheit, an der man Felsen hätte spalten können.


Eine Lehre.
Das Wesen würde ihnen etwas beibringen.
Nein.
Ihm.
Wie man die Toten gehen ließ.
Der Gedanke blieb eine Weile bei ihm.


Das hörte sich nicht an wie die Worte des anderen Fremden.
Jenes, der sich auch um die Toten kümmerte.
Nein.
Dessen Worte waren für die Lebenden gewesen.
Für jene, die trauerten.
Das hier war für...
Jene, die sie weiterleiten sollten.


Als Mokgar nur noch eine Gestalt sah, neigte er erneut den Kopf.
War seine Vermutung über den Incarnoi falsch?
Mehr Fragen.
Weniger Antworten.
Wie so oft.


Erst als das Wesen verschwand, entspannte sich Mokgar unbewusst wieder.
Das war näher an diesen Dingen, als ihm lieb war.
Viel näher.


„Wahrheit?“
Er fragte es schließlich doch.
Doch im Schein der einzelnen Kerze verriet seine Stimme sein Erbe.
Es war nicht mehr die fast nicht hörbare Stimme aus dem Schankraum.
Es war ein Grollen.
Mehr mahlende Steine als Flüstern.


„Es ist nicht an Euch, ein Leben über den Punkt hinaus zu verlängern oder es zu verkürzen...“
Mokgar hielt kurz inne.
„Ihr seid die Wacht, die den Kreislauf schützt.“
Sein Blick blieb auf Gunner gerichtet.
„Nicht lenkend.“
„Nicht weisend.“
„Beobachtend.“
Wieder eine Pause.
„Eine Wacht ohne Ruhm.“
„Ohne Ehr.“
„Weil Ihr nicht eingreift, wenn es nicht nötig ist.“

Mokgar legte den Kopf schief.
„Doch wie wisst Ihr, wann es nötig ist...“
Seine Stimme wurde wieder leiser.
„...und wann Ihr nur beobachtet?“


Er schwieg.
Als würde er selbst noch prüfen, ob er das Gesagte tatsächlich richtig verstanden hatte.
Als das Wesen erneut zu hören war, kehrte die Anspannung in seinen Körper zurück.
Wachsamkeit.


Und das geduldige Warten auf eine Antwort.

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#5

RE: Eine einsame Reise....und ein Brief

in Die Insel der Hoffnung - intime Gespräche 09.09.2026 06:25
von Gunnar_van_Wenz • 10 Beiträge

Mokgars letzter Schritt zurück blieb Gunnar nicht verborgen.

Er sah ihn einen Moment lang schweigend an. Nicht prüfend. Nicht streng. Nur lange genug, dass die Stille zwischen ihnen Gewicht bekam.

Dann schüttelte er langsam den Kopf.

„Nein, Mokgar. Die Frage ist weder unhöflich noch dumm.“

Sein Blick sank für einen Augenblick auf das silberne Rabensiegel an seiner Brust.

„Und Ihr habt recht. Wenn ein Mann seinen Weg ändert, sollte er wissen, weshalb.“

Eine kurze Pause.

„Als ich das erste Mal vor den Rat trat, wollte ich die Fahnwerder wieder zur Wacht rufen. Ich glaubte, das Richtige zu tun. Ich glaube noch immer, dass mein Wunsch richtig war.“

Er hob den Blick.

„Aber nicht seine Form.“

Gunnars Stimme blieb ruhig.

„Morr lehrt uns, dass der Tod nichts bewahrt, nur weil wir uns weigern loszulassen. Wenn ein Mensch stirbt, legen wir seinen Leib nicht wieder auf das Lager und verlangen von ihm, weiterzuatmen. Wir sprechen seinen Namen. Wir ehren, was er war. Wir geleiten seine Seele zur letzten Pforte.“

Seine Finger schlossen sich um das Rabensiegel.

„Und dann lassen wir den Leib zurück.“

Ein kaum merkliches Nicken.

„Pragorien ist tot. Die Fahnwerder, wie sie einst waren, sind es ebenfalls.“

Die Worte kamen ohne Bitterkeit.

„Ich habe lange geglaubt, Treue bedeute, sie wieder zusammensetzen zu müssen.“

Sein Blick wurde dunkler.

„Morr selbst hat mir ein Schwert zerbrochen und mir aufgetragen, meinen Glauben neu zu finden. Lange habe ich darin nur Verlust gesehen.“

Gunnar schwieg.

„Heute glaube ich, dass ich begriffen habe, weshalb die Klinge zerbrach.“

Er sah Mokgar direkt an.

„Nicht alles, was zerbrochen wurde, soll neu geschmiedet werden.“

Dann deutete er mit einer kleinen Bewegung in Richtung der Welt jenseits des Schankraums.

„Ich war bei den Totenjägern. Ich stand bei ihren Toten, auch wenn sie Morr nicht kannten. Ich war bei den Seefriedern und hörte die Namen jener, die das Meer genommen hatte. Ich sah Wächter des Schildstammes stehen, obwohl sie niemals Fahnwerder gewesen waren.“

Eine Pause.

„Und sie wachten trotzdem.“

Seine Stimme wurde leiser.

„Da verstand ich.“

„Die Fahnwerder waren niemals heilig, weil sie Fahnwerder hießen. Nicht wegen ihrer Farben. Nicht wegen ihrer Fahne. Nicht wegen Pragorien.“

Er schüttelte langsam den Kopf.

„Ihr Wert lag darin, dass sie standen, wenn andere schlafen mussten. Dass sie zwischen Gefahr und jene traten, die ihnen anvertraut waren. Dass einer wachte, damit ein anderer leben konnte.“

Gunnars Blick glitt kurz in die Ferne davon, als schaue er den Toten hinterher auf Ihrem Weg im ewigen Kreislauf der Seelen. Für einen Bruchteil eines Augenblicks war Mokgar, als könne er in Gunnars Augen zwei kleine, blaue Flammen tanzen sehen.

„Der Schildstamm kennt den Kampf. Die Heiler wissen, wie man Leben erhält. Die Menschen an der Küste kennen Meer und Sturm. Boten kennen Wege.“

Dann sah er wieder zu Mokgar.

„Und Ihr kennt das Moor.“

Kein Lächeln lag darin. Aber auch keine Geringschätzung.

„Warum sollte Morr verlangen, dass all dieses Wissen erst das Wappen eines toten Landes trägt, bevor es Dochas Nua dienen darf?“

Er ließ die Frage stehen.

„Darum bin ich nicht von meinem ersten Vorschlag abgerückt, weil Ihr geschwiegen habt. Das Schweigen des Rates habe ich angenommen. Es stand mir nicht zu, Euch zu drängen.“

Seine Stimme wurde fester.

„Ich bin davon abgerückt, weil ich erkannt habe, dass ich zu klein gedacht hatte.“

Gunnar senkte den Kopf einen Augenblick.

„Ich wollte Fahnwerder bewahren.“

Dann hob er ihn wieder.

„Heute will ich bewahren, wofür Fahnwerder stand.“

Eine letzte Pause.

„Wenn der Rat eine Wacht Dochas Nuas schafft und kein einziger Fahnwerder darin steht, aber sie ihren Dienst erfüllt, dann ist nichts verloren.“

Sein Blick ruhte ruhig auf Mokgar.

„Denn Morr zählt am Ende nicht die Banner, unter denen wir standen.“

„Er kennt nur unsere Namen.“

Und nach einem Atemzug:

„Und was wir mit ihnen getan haben.“

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