Sobald ihr Gefährte geendet hatte, übernahm Candrisha das Wort.
"Wie Torukgar sagte, sind wir Jäger Candras. Seit unzähligen Jahren stehe ich in ihrem Dienst. Und noch länger kenne ich die Vorurteile, mit denen man ihr und uns begegnet. Ja, wir jagen. Ja, wir töten. Nicht nur Wild, auch Menschen, auch andere Wesen. Aber nicht aus Spaß, nicht für die Zerstörung und Vernichtung. Wir jagen, um zu überleben. Wir töten, um zu bewahren. Und was uns bedroht."
Ihr ist anzuhören, dass sie diese Worte nicht das erste Mal sprach. Und ein Teil von ihr mit Gegenstimmen rechnete.
"Die Söldner kamen her, brachten Tod, brachten Zorn über die Insel. Und brachten auch beides über uns. Sie sind das, was das Gleichgewicht hier stört."
Dass wohl auch noch eine persönliche Rechnung offen war, war ihr nicht schwer anzusehen.
"Wir sind keine ausgebildeten Heiler, aber wir haben gelernt, nicht an jeder Wunde zu sterben. Wir sind keine Soldaten, aber wir stellen uns dem Kampf. Wir kennen und nutzen unsere Wälder und wollen die euren Kennenlernen. Wir helfen, wo wir können. Wenn ihr wollt. Wenn nicht." Sie zuckte mit den Achseln.
Wäre ihre Hilfe nicht gewünscht, würde sie sich sicher nicht anbiedern. Nur weil dieses Volk zu stolz war, würde sie sich ihnen nicht unterwürfig zeigen.
Ihr Blick schweifte einmal durch das Dorf. Zu jenen, die in den Bäumen sichtbar sich. Aber auch zu jenen Augen, die sie mehr spürte als sah. Es war keine direkt Herausforderung, die in ihrem Blick lag. Jedoch die Bereitschaft, jede ihr entgegengebrachte anzunehmen. Und nicht zu verlieren.